Historie


Auf dem Weg zur Stiftungsgründung…

 

Vorgeschichte:

In der Kirchengemeinde brachte der Lektor Otto Dolatka bereits im Jahr 2009 immer wieder den Gedanken ins Gespräch, ob eine Stiftungsgründung langfristig nicht der richtige Weg für die Gemeinde sei.
Das Problem war, dass zu diesem Zeitpunkt niemand so recht einschätzen konnte, was eine kirchliche Stiftung konkret bedeutet. So beschloss das Vorbereitungsteam des Frauentreffs bei der Programmplanung im Januar 2010 einen Fachmann des Landeskirchenamtes einzuladen, der im Rahmen eines lebendigen Vortrages „Aufklärungsarbeit“ leisten sollte.
Die Anfrage sorgte für Überraschung! Selbstverständlich war man bereit, in die Gemeinde zu kommen, doch diese Maßnahme wurde an die Bedingung geknüpft, dass zuvor ca. 10 Personen, die ein ernsthaftes Interesse am Thema haben, zum Gespräch in das Landeskirchenamt nach Hannover kommen sollten.
Bereits in diesem Moment wurde es spannend! Wir benötigten eine Runde mit Sachverstand, Urteilsvermögen, finanziellen und wirtschaftlichen Kenntnissen, Menschen, die einschätzen konnten, was  der Kirchengemeinde zumutbar ist und solche, die „ganz von außen“ blicken und mutig neue Wege einschlagen würden.
Obwohl unser Vorhaben zunächst sehr nebulös erschien, waren alle angesprochenen Personen bereit, zum verabredeten Termin am 8.3.2010 zum Informationsgespräch ins Landeskirchenamt zu reisen. Drei Frauen und sieben Männer (incl. Pastor) hatten sich auf den Weg gemacht .
Der Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit begann über bisherige Stiftungen in Kirchengemeinden zu erzählen, und es zeigt sich, dass wir eine hochinteressierte Runde waren. Auch die nicht konfessionell gebundenen,  die „gemeindlich distanzierten“ oder die zur katholischen Kirche gehörenden waren angesteckt von dem Gedanken, möglicherweise eine Stiftung zu gründen. Es wurde ein Folgetreffen verabredet.

Der erste Schritt:

Am 30.3.2010 bildeten alle, die mit in Hannover gewesen waren, einen „Gründerkreis“ .
Erstes Ziel war, einen Eindruck zu bekommen, ob die Mitglieder der Kirchengemeinde das Vorhaben der Stiftungsgründung mit tragen und unterstützen würden. Zu diesem Zweck wurde ein Anschreiben mit einer Absichtserklärung erstellt. Die zentrale Frage lautete: „Mit welcher Summe würden Sie persönlich die Stiftungsgründung unterstützen, wenn dieser Weg in der Gemeinde beschritten wird?“
Gleichzeitig musste im Anschreiben mittels eines Flyers für Transparenz gesorgt werden.  Welche Ziele würden angestrebt werden, welche Zukunftsperspektive hatten die Initiatoren vor Augen? Der Gründerkreis sah sich unmittelbar einer Fülle neuer Aufgaben gegenüber.

Der Weg beginnt....

Um die in Aussicht gestellte Bonifizierung der Landeskirche nutzen zu können, hatten wir nur noch 15 Monate Zeit und keinen einzigen Euro im Kapitalstock. D.h., es musste uns gelingen, mindestens 25.000 Euro zusammen zu bringen, um die Stiftung überhaupt gründen zu können.
Der Gründerkreis traf sich konstant einmal monatlich, um die Arbeitsprozesse zu diskutieren, Entscheidungen zu fällen und Aufgaben zu verteilen. Bereits bei der Sitzung des Gründerkreises am 21.4.2010 lagen erste ermutigende Absichtserklärungen vor, die das Handeln der Initiatoren beflügelten.
Am 22.4.2010 veranstaltete der Frauentreff ein Frühstück, zu dem alle Interessierten (auch das Männerforum) eingeladen waren, um aus 1. Hand Informationen von Herrn Paul Dalby aus dem Landeskirchenamt zu erhalten. Hier „sprang ein weiterer Funke über“! Gemeindeglieder verstanden, dass es um die Zukunft unserer Gemeinde geht, dass wir jetzt handeln müssen, um später handlungsfähig zu sein. Es wurde spürbar: Die Lebendigkeit in dieser Gemeinde ist für viele Menschen eine Herzensangelegenheit. Auch Kinder und Enkelkinder sollen sich in den Erfahrungen, die wir heute zusammen haben, später „beheimatet“ fühlen können. Nicht Aktionismus war die Triebfeder sondern das Erkennen, wie viel Gutes in der Gemeinschaft der Gemeinde jedem einzelnen zukommt. Wir entdeckten, was sich lohnt, auf Dauer zu erhalten.
Herr Paul Dalby war in diesem Prozess ein brillanter Ansprechpartner und bereits im Mai war unser Gründerkreis schon auf 16 interessierte Personen angewachsen. Nun ging es an den  Entwurf der Satzung, was ein hartes Stück Arbeit bedeutete.
Parallel dazu wurden wiederum alle Gemeindeglieder angeschrieben, mit der Bitte, den in Aussicht gestellten finanziellen Beitrag auf das nunmehr eingerichtete Stiftungskonto zu überweisen. Ein „thematischer Abend“, wurde für den 24.8.2010 geplant.  Paul Dalby und alle Gründerkreismitgliedern informierten und erläuterten alle noch offenen Fragen auch im direkten Gespräch.
An diesem Abend konnte bereits verkündet werden, dass wir die notwendige 25.000 Euro Hürde überwunden hatten. Der Gründerkreis stellte bei der Sitzung am 3.8.2010 fest, dass 26.475 Euro Stiftungskapital eingegangen waren. Damit war klar: Die gemeinsame Anstrengung hatte sich gelohnt, wir werden den eingeschlagenen Weg weiter zusammen beschreiten und unseren „Ideenspeicher“ nach und nach abarbeiten.

Das Ziel:

Am 8.12.2010 wurde die St. Laurentius Stiftung in der St. Laurentius Kirche in Hohenhameln in feierlichem Rahmen gegründet!
Die letze Gründerkreissitzung hat am 21.9.2010 stattgefunden. Die Mitglieder dieses Kreises wurden in das Kuratorium der Stiftung gewählt oder ordneten sich dem neu gegründeten Förderkreis zu.
Eine arbeitsintensive aber unglaublich spannende Zeit lag hinter uns!  Menschen hatten Zugang zur Gemeinde und Spaß an neuen Aufgaben und Herausforderungen gefunden. All das  hat motiviert und Bewegung in das Gemeindeleben gebracht. Das Gefühl, gemeinsam Zukunft zu gestalten hat zu Verbundenheit geführt und die Zahlen auf dem Stiftungskonto brachten zum Ausdruck, welcher  Wert dem Erhalt des kirchlichen Lebens beigemessen wird. Nach ca. 18 Monaten freuten wir uns über einen Kapitalstock von 135.000 Euro (incl. Bonifizierung durch die Landeskirche).

 

Monika Schweda